Begemann-Seyboldt

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Saisoneröffnung der Schubertiade mit Schuberts Zyklus Die schöne Müllerin

Mit einem Highlight startet die schubertiade.de – Forum für Liedkunst am 8. Oktober um 20 Uhr im Asamsaal des Ettlinger Schlosses in die neue Saison. Der künstlerische Leiter der Schubertiade, Pianist Thomas Seyboldt, dessen neueste CD gerade mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, begleitet den Tenor Tilman Lichdi, der erstmals bei der Schubertiade gastiert. Lichdi wird seit seinem Amerikadebüt mit Bachs Johannespassion und dem Chicago Symphony Orchestra weltweit als phänomenaler Oratorientenor gefeiert. Nach Ettlingen kommt er von einer Europatournee direkt aus Lissabon. Mit Franz Schuberts meisterhaftem Liedzyklus Die schöne Müllerin von 1823 bringen die beiden Künstler ein herausragendes Gipfelwerk des Liedrepertoires auf die Bühne.

Die Müller-Lieder verdanken ihre Entstehung der schwärmerischen Liebe des Dichters Wilhelm Müller (1794 – 1827) zu Luise Hensel, der Schwester des Malers Wilhelm Hensel. Schubert vertonte 20 der 23 Gedichte, die die Geschichte einer typisch romantischen Liebe nachzeichnen, von ihrem ersten Aufkeimen bis zu ihrem bitteren Ende. Ein junger Müllergeselle ist auf Wanderschaft, kehrt in einer Mühle ein und verliebt sich in die schöne Müllerin. Als sie sich für einen anderen entscheidet, ertränkt er sich im Mühlbach. Dementsprechend starke Stimmungsgegensätze wechseln sich ab: überschwängliche Freude, hoffnungslose Verzweiflung, Lebensjubel, Todestrauer. Der Bach ist der Vertraute des Müllers, der im Liederzyklus selbst den Rang einer teilnehmenden Figur einnimmt. Er wird häufig vom Müller direkt angesprochen, im vorletzten Lied Der Müller und der Bach singen beide im Wechsel, im letzten Lied Des Baches Wiegenlied singt der Bach ein ekstatisches Schlaf- und Todeslied von unwiderstehlicher Schönheit für den Müller.

Der Tenor Tilman Lichdi hat sich als einer der bedeutendsten Bach- und Liedinterpreten etabliert. Ein begeisterter Rezensent schrieb nach der Johannespassion in Chicago: „Man kann ein ganzes Leben verbringen, ohne je eine so gut gesungene Evangelistenpartie zu hören wie jene von Tilman Lichdi, und ich vergesse hierbei nicht Peter Schreier.“ Lichdi hat Konzerte in Europa, den USA, Australien und Südamerika gesungen, unter anderem mit den Dirigenten Thomas Hengelbrock, Martin Haselböck, Frieder Bernius, Hervé Niquet, Kent Nagano, Christoph Poppen, Michail Pletnev, Michel Corboz und Hans-Christoph Rademann. Wichtige Stationen der vergangenen Jahre waren neben der Johannespassion in Chicago das Debüt mit den New Yorker Philharmonikern (Messias) und das Australiendebüt mit dem Melbourne Symphony und Haydns Schöpfung. Am Châtelet in Paris sang Lichdi in einer Neuproduktion eine Bühnenfassung des Mozartschen Messias unter der Leitung von Hartmut Haenchen ebenso wie die Johannespassion mit den Münchner Philharmonikern unter Ton Koopman. 2016 arbeitete Tilman Lichdi zum ersten Mal mit Herbert Blomstedt und den Bamberger Symphonikern.
Tilman Lichdi war von 2005 bis 2013 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg. Dort hat er alle großen Mozartrollen seines Fachs gesungen sowie unter anderem David in Die Meistersinger, Steuermann in Der fliegende Holländer und Count Almaviva in Il Barbiere di Siviglia. Der Tenor ist Träger des Bayerischen Kunstförderpreises 2012 im Bereich Darstellende Kunst. Im letzten Jahr ist die erste Lied-CD Die schöne Müllerin bei Lichdi Records erschienen. Anfang 2017 soll Schuberts Winterreise folgen.

Der Pianist Thomas Seyboldt zählt seit seiner Gesamtaufführung der Lieder von Franz Schubert in den Jahren 1993-2001 weltweit zu den herausragenden Schubert-Spezialisten. Die Premieren-CD des von ihm gegründeten und geleiteten Männerquartetts Schubert hoch vier erschien 2006 bei Carus und wurde mit dem internationalen Schallplattenpreis Pizzicato Supersonic Award ausgezeichnet. Im Frühjahr 2016 erschien die hochkarätige SWR-Studioaufnahme des Liedduos Hans Christoph Begemann (Bariton) und Thomas Seyboldt (Klavier) „Wolfgang Rihm: Goethe-Lieder“ beim Berliner Independentlabel bastille musique. Die CD enthält Ersteinspielungen von Rihms gesamten Goethe- und Schiller-Vertonungen der Jahre 2004 bis 2014 und wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Die Aufnahme des Duos Begemann-Seyboldt erhielt den Preis in der Kategorie „Klassisches Lied & Vokalrecital“ und war zusätzlich in der Kategorie „Zeitgenössische Musik“ nominiert. Zum prominenten Künstlerkreis der aktuellen Bestenliste gehören neben Begemann und Seyboldt die Wiener Symphoniker, der Weltklasse-Geiger Frank Peter Zimmermann, das SWR-Vokalensemble, das Arditti Quartett, die „serielle Callas“ Cathy Berberian, Beyoncé und Anohni.

 

 

 

 

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