Begemann-Seyboldt

 

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Hymnen, Lyrik, Balladen – Goethe-Lieder im Ettlinger Schloss 

In der Astronomie dient ein Leitstern der Richtungskontrolle langzeitiger Himmelsaufnahmen. Auch in der Geschichte tauchen Leitsterne auf: überragende Menschen, deren Leben so wichtig ist, dass in ihnen das Persönliche symbolisch wird. Einer von ihnen war Johann Wolfgang von Goethe. Und sein Einfluss so prägend, dass eine der bedeutendsten Phasen der deutschen Geistesgeschichte nach ihm benannt wurde. In der Goethezeit gehörten Literatur, Musik und Bildende Künste untrennbar zusammen und zahlreiche Komponisten und Komponistinnen vertonten die Gedichte des Weimarer Dichterfürsten.

Leitstern Goethe heißt nun das Motto der aktuellen Saison der schubertiade.de – Forum für Liedkunst, in der Goethe mal im Mittelpunkt steht und mal sternschnuppenartig in der Ferne vorbeisaust, aber immer präsent ist. Völlig im Zentrum steht der Leitstern Goethe am 22. November um 18 Uhr im Asamsaal des Ettlinger Schlosses, denn auf dem Programm stehen ausschließlich Vertonungen seiner Gedichte von Franz Schubert, Ferruccio Busoni und Hugo Wolf.
Schubert erweiterte den Begriff des Liedes in hohem Maße, indem er den Klavierpart emanzipierte und zum gleichberechtigten Partner des Sängers erhob. Im Miteinander von Text, Melodie und Instrumentalstimme gewann die Musik an Bedeutung. Goethe gefiel das gar nicht. Schließlich stand nun nicht mehr nur das Gedicht im Vordergrund. Aber gerade des jungen Schuberts Kongenialität zum bewunderten, hochberühmten Dichter gab der Liedkunst den entscheidenden Impuls für die weitere Entwicklung. Und Franz Schubert gilt als einer der produktivsten unter den musikalischen Goethe-Interpreten. Von ihm stammen große Hymnen wie Prometheus und An Schwager Kronos. Lyrisches wie An den Mond und Meeresstille. Heiteres wie Versunken und Der Musensohn. Und Balladen wie Der Fischer. Von Hugo Wolf, der dem Klavier gelegentlich die Bedeutung eines Wagner-Orchesters verlieh, stehen die schwermütigen Harfnerlieder aus Wilhelm Meister, und zwei Lieder aus dem Buch des Sängers des West-östlichen Divans sowie der quirlig-virtuose Rattenfänger auf dem Programm. Ferrucio Busoni, Klaviervirtuose und Komponist, sagte zu Beginn des 20. Jahrhunderts jeglicher Art von „Rührseligkeit und Geschwollenheit“ im musikalischen Ausdruck den Kampf an. Die Fünf Goethelieder entstanden in Nähe zu seiner Faust-Oper und sind scharf umrissene Charakterstücke mit dem ganzen Raffinement von Busonis Spätstil.

Der Bariton Hanno Müller-Brachmann arbeitet mit Dirigentengrößen wie Daniel Barenboim, Nikolaus Harnoncourt, Claudio Abbado oder Sir Simon Rattle und weltbekannten Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, den Philharmonic Orchestras in New York und London, dem Orchestre National de France oder dem Concertgebouw Orkest Amsterdam. Er konzertierte in nahezu allen bedeutenden Konzertsälen Europas und den bedeutenden Festivals in Salzburg, Luzern, Aldebourgh oder den BBC Proms. Brachmann gehörte dem Ensemble der Staatsoper Berlin an und gastierte an den Staatsopern in Wien, München und Hamburg sowie in Budapest, Madrid oder New York. Als Liedsänger trat er in der Londoner Wigmore Hall, dem Wiener Konzerthaus, der Berliner Philharmonie, dem Pariser Théâtre du Châtelet oder den Philharmonien Köln und Essen auf. Den Feinschliff hatte sich der Bariton in der Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin geholt. Inzwischen gibt er selbst seine reiche Erfahrung als Professor an der Karlsruher Musikhochschule an die junge Sängergeneration weiter. Mit dem Goethe-Abend im Ettlinger Schloss gibt er erstmals der schubertiade.de die Ehre. Und es ist seine erste Zusammenarbeit mit Pianist Thomas Seyboldt, dem künstlerischen Leiter der Schubertiade.

 

 

 

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Sonntag, 24. Januar 2016, 11 Uhr

 

 

 

 

 

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