Schubertiade eröffnet Jubiläumssaison

Die Liedkonzertreihe „schubertiade.de – Forum für Liedkunst“ feiert ihr 20-jähriges Bestehen und präsentiert „Schubert pur!“. Im frisch renovierten Asamsaal des Ettlinger Schlosses eröffnen der international renommierte Tenor Markus Schäfer und der Pianist Thomas Seyboldt, künstlerischer Leiter der Schubertiade, am 28. Oktober um 19 Uhr den Saisonreigen. Dieses Rezital mit Liedern von Franz Schubert nach Gedichten von Johann Gabriel Seidl und August Wilhelm von Schlegel kann das Publikum in Ettlingen hören, bevor es im kommenden Frühjahr auch in der Londoner Wigmore Hall erklingt.
Im wunderbaren Ambiente des Asamsaales, der mit seiner gerade für Liederabende einzigartigen Akustik nun endlich wieder zur Verfügung steht, greift die Schubertiade das Motiv des romantischen Wanderers auf, das für Schubert zentrale Bedeutung hat. „Der Wanderer an den Mond“ ist im Leben unterwegs und das häufig bei Nacht. Das äußerst reizvolle Programm enthält Lieder, die in den Jahren zwischen den berühmten Zyklen „Die schöne Müllerin“ und „Winterreise“ entstanden sind.
August Wilhelm Schlegel zählt gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich zu den Begründern der literarischen Frühromantik, während Seidl zu Schuberts weiterem Freundeskreis gehört. Er ist nicht zuletzt als Textschöpfer der österreichischen Kaiserhymne „Gott erhalte ...“ bekannt und gilt als bedeutender Vertreter österreichischer Biedermeier-Poesie. Schubert setzte etwa ein Dutzend Texte des jüngeren Freundes in Musik. Darunter auch das sehnsüchtig-heitere Lied „Die Taubenpost“, Schuberts letzte Liedkomposition vom Herbst 1828, die sein ganz persönlicher „Schwanengesang“ wurde. Schuberts romantische Wanderer-Sicht findet exemplarische Gestalt in drei Seidl-Liedern, die er zu einem Liederheft zusammenstellt und im Winterreise-Jahr 1827 als sein op. 80 veröffentlicht. Es enthält „Der Wanderer an den Mond“, „Das Zügenglöcklein“ und das zauberhafte „Im Freien“.
Im romantischen Ton der Gedichte von Seidl und Schlegel kommt aber auch die Liebe als wesentliches Thema der Lyrik und des Lebens zur vollen Geltung: „Wiedersehn“, „Abendlied für die Entfernte“, „Sprache der Liebe“ oder „Sehnsucht“ gehören ebenfalls zu diesem besonderen Schubertabend, der ins Zentrum der Kunst des „Liederfürsten“ führt.
Markus Schäfer gilt als herausragender, sensibler Liedinterpret und feierte große Erfolge in Wien und New York, bei der Schubertiade Ettlingen, in Melbourne oder beim Eclat Festival Stuttgart. Sein außergewöhnlicher Rang als Liedsänger zeigt sich auch an seiner Präsenz bei Gesamteinspielungen der Lieder von Peter Cornelius, Franz Liszt und Arnold Schönberg. Weitere Aufnahmen mit Liedern von Sigfrid Karg-Elert und Max Reger wurden ebenfalls mit höchstem Kritikerlob bedacht. Soeben erschien die CD mit Mahlers "Lied von der Erde" in der rekonstruierten Urfassung für vier Solisten und Orchester.
Im Bereich Oper und Konzert gelangen herausragende Einspielungen u.a. mit „Cosi fan tutte“ unter Sigiswald Kuijken und seiner La Petite Bande sowie mit der Matthäus-Passion mit dem Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt, die mit dem Grammy ausgezeichnet wurde. Der vielseitige lyrische Tenor sang am Opernhaus Zürich, der Deutschen Oper in Düsseldorf, der Staatsoper Berlin, ist aktuell unterwegs in Holland, Belgien, Hamburg und München sowie in London und gastierte bei den Festivals in Aix-en-Provence, Salzburg und Luzern.
Der Pianist Thomas Seyboldt und Markus Schäfer konzertierten schon mehrfach gemeinsam bei Solo-Liederabenden. Außerdem arbeiten sie intensiv im Ensemble „Schubert hoch vier“ zusammen, das Seyboldt gründete und dessen Premieren-CD mit dem internationalen Schallplattenpreis „Pizzicato Supersonic Award“ ausgezeichnet wurde

 


 

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