Franz Schubert: Ständchen
Werke für Männerstimmen

Rezensionen und Preise
 

Internationaler Schallplattenpreis:
Pizzicato Supersonic Award
, September 2006

 

Das prominent besetzte Männerensemble Schubert hoch vier – bestehend aus vier international anerkannten Liedinterpreten – und der Schubert-Spezialist Thomas Seyboldt am Klavier präsentieren diese spannende Werkgruppe mit meisterhafter Balance zwischen Ensemblegeist und solistischem Ausdruck.

(Carus-Verlag Stuttgart)

Die Romantik entdecken

Ein „Ständchen“ – das sei, so die Definition in einem Wörterbuch von 1801, „eine kurze Musik, welche man vor einem Hause oder Fenster stehend bringet“. Was einst (natürlich!) als Huldigung für ein Liebchen gedacht war, wurde dann bald weiter gefasst. „Ständchen“ heißt nun auch diese CD mit Schöpfungen Franz Schuberts für Männerstimmen. Zu hören sind Werke, die man meist aus chorischem Zusammenhang kennt, die aber seitens des Komponisten durchaus auch solistisch intendiert waren: als vokale Kammermusik. Und genau in dieser Form erklingen die Sätze hier, dargeboten vom hervorragenden Profi-Männerquartett mit dem launigen Namen „Schubert hoch vier“. Feinfühliger Klavierpartner ist Thomas Seyboldt. Vertonungen zum Thema Nacht, diesem zentralen Symbol der Romantik. Eine warme, ausgewogene, empfindsame Vokalkultur, die uns ohne Umschweife am Denken und Fühlen jener Epoche teilhaben lässt. Wie schön! Wer es nicht längst getan hat, kann da den Romantiker in sich entdecken.

(Johannes Adam, Badische Zeitung, 28.6.2008)

 

SCHUBERT: Men's Choral Pieces

Schubert Hoch Vier; Thomas Seyboldt, p
Carus 83189 – 58 minutes

The ensemble Schubert Hoch Vier consists of four Singers – Markus Schäfer, Hubert Mayer, Hans Christoph Begemann, and Cornelius Hauptmann – but they are joined here by pianist Thomas Seyboldt, mezzo Gundula Schneider (in 'Ständchen'), Baritone Frank Laffen (when a fifth male is needed) and the Karlsruhe Horn Quartet (in 'Nachtgesang im Walde'). The program is a varied one, including favorites like 'Gondelfahrer', 'Nachthelle', and the two just mentioned. Some are unaccompanied, some with piano, and one ('Mondenschein') includes a piano part that has existed only in Schubert's autograph. We also find a nice contrast between cheerful, folk-like songs and more serious fare like 'Grab und Mond'.

For the most part these are occasional pieces that Schubert just tossed off. One can't imagine he spent much time an them, since in all he wrote about 130 works for vocal ensemble, mostly for men's voices. That said, I noted several times (while listening with scores) that Schubert routinely goes beyond the obvious, easy solution to setting a simple lyrical poem. Not all of these works belong in the top tier, but almost every one has a chord or a melodic turn of phrase to set it apart.

The performances are all very good – a  bit more robust than groups like the Singphoniker, but spirited and nicely in tune. lt is also welcome to have the variety of performers, all of them first rate. Also welcome are the interesting notes (by Seyboldt) and texts with translation. If you are unacquainted with this side of Schubert, this would be an excellent place to begin.

(ALTHOUSE, Rezension Amarican Record Guide, April 2007)

 

 

Ein Spitzenforum für den großen Liedpoeten
Ettlinger Schubertiade weiterhin auf Erfolgskurs:
CD „Ständchen" erhielt begehrten Preis

Beim Stichwort „Schubertiade" fällt längst nicht mehr nur der Ortsname Schwarzenberg, auch die badischen Schubert-Freunde dürfen sich seit geraumer Zeit glücklich schätzen, mit der „Schubertiade im Ettlinger Schloss" über ein anspruchsvolles und überregional wahrgenommenes Forum für die Schubert-Pflege zu verfügen. Dass die verdienstvolle Initiative des Pianisten Thomas Seyboldt - Motor und Haupt-Begleiter der Solisten - längst über die Regionalgrenzen hinaus bekannt geworden ist, beweist ihr jüngster Erfolg: Die brandneue CD „Ständchen", die Ensemblesätze für Männerstimmen enthält, ist bereits mit einem internationalen Schallplattenpreis, dem „Pizzicato Supersonic Award" ausgezeichnet worden.

Die Produktion bietet in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Novität: Sie enthält zum einen die ersten Aufnahmen des eigens für die Ettlinger Schubertiade gegründeten Männerquartetts „Schubert hoch vier". Immerhin bilden rund 130 Stücke das Gesamtwerk Schuberts für mehrstimmigen Gesang, das derzeit im Mittelpunkt des aktuellen und ambitionierten Zyklus der Schubertiade steht: Schubert-Experten sprechen von einer Weltpremiere. Vier der sieben Teile dieser Reihe gingen schon erfolgreich über die Bühne, drei folgen im kommenden Jahr.

Das Quartett „Schubert hoch vier" wartet denn auch mit exzellenten Männerstimmen auf: Mit den Tenören Markus Schäfer und Hubert Mayer bilden die Bässe Christoph Begemann und Cornelius Hauptmann ein vorzüglich abgestimmtes Vokalensemble, das sich dieser überreichen Klangwelt mit weiteren Interpreten kompetent und ausdrucksvoll annähert. Thomas Seyboldt empfiehlt sich erneut als idealer Schubert-Pianist schlechthin.

Großes Interesse verdient die CD über den hohen künstlerischen Standard hinaus schon wegen ihrer attraktiven Zusammenstellung, beleuchtet sie doch einen Werkteil, der ansonsten eher vernachlässigt wird. Die hier präsentierten Vokalensembles entstanden zwischen der „schönen Müllerin" und der „Winterreise", zeigen Schubert auf den höchsten Höhen anspruchsvoller Gesellschaftsmusik zwischen Mayerhofers „Gondelfahrer" und Grillparzers wundervollem „Ständchen". Insgesamt: Unbedingt empfehlenswert!    Ulrich Hartmann

(BNN, Ulrich Hartmann, 05.12.06)

 

Schwellend, mit vereinter Stimme

Vokalensembles von Schubert grandios gesungen von „Schubert hoch vier“
 

Es sind Werke für den geselligen Kreis, eben für die sprichwörtlich gewordenen Schubertiaden: die Vokalensembles für Männerstimmen von Franz Schubert. Doch es sind keine belanglosen Nebenwerke des Komponisten, sondern Gesänge, die wie die berühmten Sololieder das Wesen seiner Kunst auf den Punkt bringen. Das gilt zum Beispiel für die dynamische Anlage von Schuberts Musik, für die unablässig in ihr brodelnde innere Bewegung, die zu einer eigenen musikalischen Qualität wird. In vielen Ensemble-Sätzen wie „Nachthelle“, „Nachtgesang im Walde“ oder dem berühmten „Ständchen“ nach Grillparzers Text, wo es an einer Stelle heißt: „Doch nun steigend,/Schwellend, hebend/Mit vereinter Stimme, laut“, gibt es exponierte Momente, in denen sich diese dynamische Kraft nach außen entlädt. Es sind mithin ebenso animierend heitere wie erregend emphatische Stücke - und sie werden zum einmaligen Hörgenuss, wenn sie so perfekt und stimmig vorgetragen werden wie bei der neuen, in Zusammenarbeit mit der „Schubertiade im Ettlinger Schloss“ erschienenen CD „Ständchen. Werke für Männerstimmen“.

Der Pianist Thomas Seyboldt, Leiter der überaus verdienstvollen Ettlinger „Schubertiade“, hat mit dem Männerquartett „Schubert hoch vier“ ein absolutes Spitzenensemble für dieses Repertoire um sich geschart. Die Tenöre Markus Schäfer und Hubert Mayer sowie die Bässe Hans Christoph Begemann und Cornelius Hauptmann bringen Schuberts Vokalensembles für Männerstimmen nach Gedichten von Literaten aus dem Freundeskreis des Komponisten in hinreißender Weise zum Klingen. Klangschönheit, bestechend klare Diktion und ein ausgeprägter Sinn für die angesprochene dynamische Anlage dieser Werke gehen im Gesang dieser vier Schubert-Sänger von Gnaden, zu denen sich in den fünfstimmigen Stücken der Bariton Frank Laffin gesellt, eine glückliche Verbindung ein.

Die CD bringt neben den bereits genannten drei Höhepunkten Schubert‘scher Ensemblekunst auch die drei reizvollen A-cappella-Quartette D 825 sowie die Gesänge „Gondelfahrer“ (auch als Sololied), „Mondenschein“, „Frühlingslied“, „Frühlingsgesang“, „Wein und Liebe“ „Grab und Mond“ und „Widerspruch“. Im superb gesungenen „Ständchen“ ist die Mezzosopranistin Gundula Schneider die versierte Solistin. Das Karlsruher Hornquartett mit Thomas Crome, Frank Bechtel, Peter Bühl und Jörg Dusemund tritt im „Nachtgesang im Walde“ prächtig in Erscheinung.

Diese in der Ettlinger Stadthalle eingespielte CD ist nicht nur Ausweis der erstklassigen Arbeit, die von Seyboldt und seinen Sängern dort in Sachen Liedkunst geleistet wird, sie bietet reinstes Vergnügen und ist ein Muss für jeden Schubertianer.

(DIE RHEINPFALZ, Dr. Karl Georg Berg, November 2006)

 

Belcanto-Prominenz “hoch vier” mit höchst professioneller
Diktion und durchweg artifizieller Raffinesse…

Spitzenreiter der vorliegenden Programmfolge sind Grillparzers beliebtes Ständchen (mit Gundula Schneider als munterem Mezzosopran) und Johann Gabriel Seidls stimmungsvoller, meist unhistorisch großchorisch und säuselnd interpretierter Nachtgesang im Walde als solistisch (!) besetztes Vokalquartett mit romantisch untermalendem Hörnerklang, meisterhaft geblasen vom Karlsruher Hornquartett.

(Klassik heute, Gerhard Pätzig, 20.7.06)

 

Betörendes zur Nacht

Männergesänge von Schubert

(cst) Männerchöre mögen nicht jedermanns Sache sein, aber sie werden auch gerne in ihrer musikalischen Substanz unterschätzt. Dem wirkt eine überwiegend betörend gesungene und von Pianist Thomas Seyboldt einfühlsam begleitete CD entgegen, die Franz Schuberts Werken für Männerstimmen gewidmet ist. Exquisite Sänger wie der Tenor Markus Schäfer oder der Bass Cornelius Hauptmann bringen ein nächtlich getöntes „Ständchen", das dem Raffinement von Schuberts Sätzen gewachsen ist.

(Kieler Nachrichten, 30.08.06)

 

Glücksgefühl

Supersonic Pizzicato

Ob es wohl daher kommt, dass immer weniger gemeinsam und gemeinschaftlich gesungen wird, dass Schuberts Werke für Männerquartett oder Chor weiterhin nicht die Beachtung gefunden haben, die sie verdienen, auch wenn darunter so berühmte Kompositionen wie „Gondelfahrer“, „Nachthelle“ und „Ständchen“ sind? Jedenfalls gehören sie zum Selbstverständlichsten und einfach Schönsten, das Schubert geschrieben hat. Verständlich: Er, der so gerne in Gesellschaft anderer war, der Kameradschaft so innig pflegte, war immer gerne bereit, für eine Freundesgruppe ein Freundesgedicht (Schober, Mayrhofer, Grillparzer, oder Seidl, dem er kritisch gegenüber stand...) in wunderbare Töne umzusetzen.

Das Männerquartett „Schubert hoch vier“ ist mit Markus Schäfer, Hubert Mayer, Cornelius Hauptmann und Hans Christoph Begemann, die auch auf Lieder-, Oratorien- und Opernbühnen erfolgreich sind, hervorragend besetzt. Doch das allein macht nicht das Glücksgefühl aus, das man beim Anhören dieser wundervollen CD hat. Es ist der Geist, der hier die Musik trägt. Bei diesen Interpreten und ihrem ausgezeichneten, sensiblen Pianisten, Thomas Seyboldt, einem echten Schubert-Spezialisten, denen sich die Mezzosopranistin Gundula Schneider („Ständchen“), der Bariton Frank Laffin („Mondenschein“ und „Nachthelle“) und ein Hornquartett („Nachtgesang im Walde“) zugesellt haben, spürt man förmlich die tiefe Verbundenheit mit der Musik Schuberts.

So geben sie diese denn auch mit genau dem richtigen Ton wieder. Da ist kein Zuviel an Rührseligkeit oder Pathos und kein Zuwenig an Klangschönheit, Expressivität und Innigkeit. Diese Künstler hören aufeinander, singen und spielen miteinander, lassen den einen oder andern solistisch zu Wort kommen, und all dies in wunderbarer Ausgewogenheit... Da kann man nur bedauern, dass ihre herrliche Darbietung nur eine knappe Stunde dauert.

(Pizzicato 10/2006, Guy Wagner)

 

Un Schubert moins connu mais extrêmement attachant. Légère et profonde à la fois, cette musique est toujours synonyme de plaisirs intenses.

Les œuvres de Schubert pour chant à plusieurs voix occupent une place significative dans sa création vocale. Leur caractère est essentiellement soliste. Avec un émerveillement constant, les musiciens de l’Ensemble « Schubert hoch vier » traduisent parfaitement l’intimité et la poésie de ces merveilleuses pages tout en s’attachant à la lisibilité de la polyphonie et à l’intelligibilité du texte.

(Clique Musique! , Frankreich)

 

 

          

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 Diapason 11/06

 

Schubert hoch vier

(jük) Die Männerchorherrlichkeit - sie verblasst. Schade. Im 19. Jahrhundert war solcher Gesang Kulturgut und bürgerlicher Stolz, später leider auch Heimattümelei. Eine neue, feine CD mit dem Vokalquartett „Schubert hoch vier" dokumentiert jetzt unter dem Titel Ständchen, wie alles anfing: nicht zuletzt mit Werken Franz Schuberts für Männerstimmen (Carus-Verlag 83.189). Da sang zwar einst der Wiener Männergesang-Verein diese Stücke mit Hundertschaften von Tenören und Bässen, aber Schuberts Quartette sind nun mal Quartette und keine Chorlieder. Markus Schäfer, Hubert Mayer, Hans Christoph Begemann und Frank Laffin gestalten den „Gondelfahrer", „Ewige Liebe" oder den „Frühlingsgesang" solistisch, schlicht, klangfarbig, romantisch. Beim „Nachtgesang im Walde" sind auch noch vier Hörner dabei. Eine private Musik: zwischen hoher Kunst und Geselligkeit.

Südwest Presse, 21.06.06

 


 

 

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